Geschichte

Das Deutsche Glasmalerei-Museum befindet sich in einer umgebauten ehemaligen Mühle im Ortskern von Linnich. Sie wurde im Jahr 1983 von der Stadt Linnich aufgekauft, nachdem der Mühlbetrieb stillgelegt worden war.

Ab 1986 kam durch Initiative von Linnicher Bürgern, die an die Glasmalerei-Tradition in Linnich und im Rheinland anknüpften, der Vorschlag auf, in dieser Mühle ein Glasmalerei-Museum einzurichten. Es wurde ein Förderverein gegründet, der an der Organisation und Projektfinanzierung arbeitete.

1989 wurde ein Architektenwettbewerb für den Umbau und die Neugestaltung von der alten Mühle in ein Glasmalerei-Museum ausgeschrieben. Zentrale Aspekte waren der Erhalt der Bausubstanz, insbesondere des Siloturmes, Wiederherstellung der Fassade und eine Neukonzeption des Eingangsbereichs in Harmonie mit der vorhandenen Architektur.

Die Umbauarbeiten begannen 1994, und das Museum eröffnete am 29. November 1997.

Evolution des Museumsgebäudes

1608 wurde in Linnich eine kurfürstliche Mühle gegründet, in der zunächst Öl gewonnen wird. Einige Zeit später erfolgte die Umstellung auf das Mahlen von Roggen und Weizen. Das Gebäude befindet sich über dem sogenannten Mühlenteich, wobei es sich um einen Abzweig der Rur handelt. Dieses Gewässer diente zum Antrieb des Mühlrads.

Christian Weitz übernahm die Mühle am 18. Februar 1847. Zunächst betrieb er die Umtauschmüllerei, was bedeutet, daß der Bauer sein Getreide anliefert und das daraus gewonnene Mehl wieder mitnimmt. Später veränderte sich die Produktion dahingehend, daß Weitz das Getreide aufkaufte und das fertige Mehl an Bäckereien verkaufte. Beide Wasserräder wurden während der industriellen Revolution durch eine Turbine ersetzt; die alten Maschinen durch zwei aus England eingeführte Walzenstühle. 1880 übergab Christian Weitz die Mühle an seine Söhne Heinrich und Richard, welche dann 1907 im rückwärtigen Bereich des Gebäudes eine zweite, größere Mühle anbauten. Eine technische Überholung der Mühle erfolgte 1935.

Aus wirtschaftlichen Gründen wurde die Mühle am 31. März 1966 stillgelegt und verkauft.

Von der Getreidemühle zum Glasmalerei-Museum

Das Deutsche Glasmalerei-Museum Linnich erhielt im Jahr 2000 die "Auszeichnung vorbildlicher Bauten" des Landes Nordrhein-Westfalen und der Architektenkammer Nordrhein-Westfalen (AKNW).

Die "Auszeichnung vorbildlicher Bauten in NRW" wird alle fünf Jahre in Zusammenarbeit von Architektenkammer und dem NRW-Ministerium für Bauen und Wohnen durchgeführt. Für die Auszeichnung 2000 wählte die unabhängige Jury unter Vorsitz des Architekten Prof. Hans Rollmann (Saarbrücken) aus mehr als 200 eingereichten Objekten 26 Bauwerke aus, die in besonderer Weise gestalterische, ökologische und soziale Qualitäten mit einer kostengünstigen Struktur in Einklang bringen.

Mit der "Auszeichnung vorbildlicher Bauten in NRW" soll auf die Innovationskraft der Architektur hingewiesen werden. Die Auszeichnung erfolgt durch öffentliche Bekanntmachung sowie durch Verleihung einer entsprechenden Urkunde und Gebäudeplakette.

Die Jury sagt u.a. über den Umbau (1994-1997): Durch den Abbruch von Gebäudeteilen wurde die alte Stadtmauer wieder sichtbar gemacht, und es kam zu einer das Vorhaben aufwertenden Platzanordnung. Eine Glaswand ist gleichzeitig Belichtung für das Hauptgebäude und Ausstellungsträger für Glasgemälde, die durch diese natürliche Beleuchtung sehr transparent erscheinen. Überzeugend wirkt die Belassung des alten Baumbestandes und die sparsame Einbeziehung neuerer tragender Teile im alten Hauptmühlengebäude. Der Panoramaaufzug fügt sich in seiner filigranen Durchbildung in die Gebäudekonzeption ein. ... Die Preiswürdigkeit des Vorhabens ist dadurch gegeben, dass es bei dem Museum zu einer geglückten Verbindung zwischen behutsam in die Altbausubstanz integrierten neuen Bauteilen gekommen ist.

Architekten: Architekten Gerlach, Krings, Böhning, Planungsbüro Schmitz Aachen GmbH

Bauherrin: Stadt Linnich

Weitere Informationen zur AKNW und der Auszeichnung vorbildlicher Bauten